Lebensmittel können Säuglinge töten

 

 

 

Babynahrung als Meningitis-Quelle
Sowohl Ersatzmilch als auch Breie können gefährlich werden

Nottingham (pte, 03. Jun 2004 15:20) - In Babynahrung können zum Teil Besorgnis erregende Mengen an Krankheitserregern enthalten sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Nottingham Trent University
http://www.ntu.ac.uk. In einigen untersuchten Packungen fand sich sogar Enterobakter Sakazakii, der in einigen Kinderspitälern in den USA und Europa zu Ausbrüchen von Meningitis geführt und einigen Kindern das Leben gekostet hat. Wie der NewScientist http://www.newscientist.com berichtet, ist diese Studie die erste, die neben Ersatzmilchprodukten auch Babynahrung wie Brei untersucht und das Bakterium dort nachgewiesen hat.

Meningitis ausgelöst durch Babynahrung tritt zwar selten auf, die Sterberate liegt jedoch bei bis zu einem Drittel. Besonders gefährdet sind Frühchen und Babys mit einem geschwächten Immunsystem. Auch wenn Babys die Infektion überleben, ist mit Langzeitproblemen wie Gehirnschäden zu rechnen. "Nur wenige erholen sich komplett", sagte Carol Iversen, die das Bakterium untersucht.

Iversen und ihre Kollegen haben über 200 Proben von 110 verschiedenen Produkten entnommen und diese auf verschiedene Bakterien hingehend untersucht. Acht von 82 Babymilchprodukten und zwölf von 49 Breiprodukten wiesen Magen-Darm-Bakterien auf. Dreizehn der gefundenen Bakterien gehören zur Gruppe der Enterobacteriaceae. Das sind Bakterien, die man oft mit Krankheiten in Verbindung setzt, die man sich im Krankenhaus holen kann.

Die Hersteller von Babynahrung legen sich nicht darauf fest, dass ihre Produkte steril sind. Es sind viel eher Eltern und Krankenschwestern, die davon ausgehen, dass Babynahrung keine Gefahren in sich birgt. Insgesamt wurden für die Studie Produkte aus sieben europäischen Staaten, den USA, Südkorea und Südafrika untersucht.

Eine weitere Studie hat untersucht, wie schnell das Bakterienwachstum in Babynahrung vor sich geht und wie man am besten die Sicherheit ebendieser gewährleisten kann. Das Forscherteam hat herausgefunden, dass sich die Bakterienanzahl in Babynahrung im Kühlschrank in zehn Stunden verdoppelt. Ohne Kühlung verdoppelte sich die Bakterienanzahl bereits nach 30 Minuten. Das bedeutet, dass ein Produkt, das über Nacht draußen steht, dem Baby am nächsten Tag gefährlich werden kann. Es soll daher auch vermieden werden, Babynahrung im Vorhinein vorzubereiten.

2001 war im US-Bundesstaat Tennessee ein Baby einer Frühchenstation an Meningitis gestorben, acht waren infiziert. Das Center for Disease Control hat damals Ärzte dazu aufgerufen, Eltern vor Babymilchprodukten zu warnen. Der Hersteller hat daraufhin das Produkt zurückgerufen. (Ende)

Schmutzige Kindheit schützt vor Krankheit
Ursachen f�r Lymphdr�senkrebs: Ergebnisse stimmen teilweise mit Hygiene-Theorie �berein

Heidelberg (pte, 18. Aug 2004 10:49) - Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrum
http://www.dkfz.de sind den Ursachen für Lymphdrüsenkrebs auf der Spur. In einer groß angelegten Studie haben sie mehr als 700 Patienten mit der gleichen Anzahl gesunder verglichen. Demnach konnten sie einige Risikofaktoren ausmachen. So litten Menschen, die Kinderkrankheiten durchgemacht hatten, seltener an Lymphdrüsenkrebs. Möglicherweise begünstigt eine unzureichende Beanspruchung des Immunsystems in der frühen Kindheit nicht nur Allergien, sondern auch Leukämien und Lymphome.

Die ersten Ergebnisse der deutschen Lymphomstudie weisen auf immunologische Risiken hin, die von Lebensstil- und Umfeldbedingungen geprägt werden, berichten die beiden Studienleiter Nikolaus Becker und Alexandra Nieters. Beim Lymphdrüsenkrebs unterscheidet man den Morbus Hodgkin und die so genannten Non-Hodgkin-Lymphome. Letztere zählen zu den wenigen Krebsformen, bei denen sowohl die Erkrankungshäufigkeit als auch die Sterblichkeit in den letzten 20 Jahren stetig zugenommen hat. Diskutiert wird, ähnlich wie bei Allergien, ein Einfluss der Bedingungen in der frühen Kindheit. Nach der so genannten Hygiene-Hypothese könnte eine unzureichende Auseinandersetzung mit Erregern in der frühen Kindheit, die für moderne Kleinfamilien typisch ist, für spätere Fehlentwicklungen des Immunsystems in Richtung Lymphdrüsenkrebs zumindest mitverantwortlich sein. Wenn die Hypothese stimmt, müsste etwa auch ein Aufwachsen "auf dem Bauernhof" eine gewisse Schutzwirkung entfalten.

In der Fallkontrollstudie, die zwischen 1999 und 2003 durchgeführt wurde, waren beide Arten Lymphdrüsenkrebs vertreten. Dabei wurden demografische Merkmale, Lebensstilfaktoren, medizinische Vorgeschichte und berufliche Umgebung miteinbezogen. Tatsächlich waren einige Faktoren positiv oder negativ mit dem Lymphomrisiko assoziiert. So war die Wahrscheinlichkeit, an einem Lymphom zu erkranken, bei Tierkontakten in der Kindheit vermindert (zu Schafen, Ziegen, Kaninchen und Hasen). Bei engem Kontakt zu Rindern war sie dagegen erhöht. Das Erkrankungsrisiko war ebenfalls erniedrigt, wenn in der Kindheit Kinderkrankheiten wie Masern und Keuchhusten durchgemacht wurden oder die Probanden gegen Tetanus geimpft waren. Bei Impfung gegen Tuberkulose war es allerdings erhöht. Infektionen in der Kindheit sind schon mehrfach im Hinblick auf das Lymphomrisiko untersucht worden, allerdings mit widersprüchlichen Resultaten. Ein verringertes Risiko speziell nach Maserninfektion war aber wiederholt beobachtet worden. Dass die Krankheit auch mit einem erhöhten Allergierisiko einhergeht, könnte für eine immunologische Gemeinsamkeit in der Krankheitsentstehung sprechen.

"Die Ergebnisse stimmen nur teilweise mit der so genannten Hygiene-Hypothese überein. Das kann damit zusammenhängen, dass diese Faktoren tatsächlich keine maßgebliche Rolle bei der Entstehung von Lymphomen spielen, oder die untersuchten Indikatoren (z.B. Zahl der Geschwister) unzulänglich sind", so Nikolaus Becker. "Gleichwohl scheinen die Umfeldbedingungen der frühen Kindheit einen lang anhaltenden Einfluss auf das Immunsystems zu haben, der durchaus mit der Entstehung von Lymphomen in Verbindung gebracht werden kann", führt der Experte aus. In einer zweiten Phase der Datenauswertung werden jetzt weitere potenzielle Risikofaktoren analysiert.
(Ende)

Honig kann Säuglinge töten - Honig Säuglingsbotulismus

Babys bis zu einem Jahr sollen keinen reinen Honig erhalten.

Der Grund ist eine seltene, aber unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankung. Honig kann Spuren der Bakterien Clostrdium botulinum enthalten, die sich im Darm des Babys vermehren, auskeimen, ein muskellähmendes Gift produzieren können und den Säuglingsbotulismus hervorrufen können.

Bakterien vermehren sich im Darm der Säuglinge

Die Clostridien können sich nur im unreifen Darm des Säuglings halten. Im ersten Lebensjahr ist die Bakterienflora noch nicht so weit entwickelt, dass sie krank machende Keime wie Clostridien in Schach halten kann. Im Darm gesunder älterer Kinder oder Erwachsener sind diese Bakterien nicht lebensfähig. Für sie ist Honig unbedenklich.

Honig ist nicht gleich Honig

Im (nicht erhitzten) Honig können Clostridium-Bakterien oder deren Sporen enthalten sein - auch bei sorgfältigster Arbeit der Imker, auch bei Markenhonig oder Honig aus biologischem Anbau. Für Honig als Bestandteil von Baby-Fertignahrung gilt die Warnung nicht: Die Hersteller garantieren eine ausreichende Erhitzung, die die Clostridien abtötet. 15 Minuten lang gekochte Speisen können keinen Botulismus verursachen.
Weil der Säuglingsbotulismus so selten auftritt, ist das Wissen um die Erkennung und Gefärdung entsprechend wenig verbreitet. Häfig werden
Geträn
ke füs Baby mit Honig gesüßt und der Schnuller in den Honig getunkt. Vereinzelt wird immer noch empfohlen, Brustwarzen oder Sauger mit Honig zu bestreichen, um Saughemmungen zu überwinden.

Symptome

Unerkannt und unbehandelt kann der Säuglingsbotulismus zum Tod des Kindes führen.
Atem- und Schlucklähmungen, Obstipation (Verstopfung),  Augenmuskellähmungen (Ptosis, Akkomodationsstörungen, Behinderung der Pupillenreaktionen), fehlende Mimik, Saug- und Schluckstörungen, Heiserkeit, Stridor (pfeiffendes Atemgeräusch), allgemeine Muskelschwäche (Bewegungsarmut, fehlende Kopfkontrolle), Ateminsuffizienz durch Lähmung der Atemmuskulatur, fehlende Muskeleigenreflexe, Parese (Teillähmung) aller Muskeln bei Erhalt des Bewusstseins.

Ein Beispiel

Das zeigt der Fall eines drei Monate alten Babys aus dem Berliner Umland, das mit Lähmungen der Muskulatur und beginnender Atemlähmung auf die Intensivstation verlegt werden musste, wo es Wochen zubrachte. Als Ursache wurden Clostridien im kindlichen Darm identifiziert. Dass es sich die über einen mit Honig gesüßten Tee zugezogen hatte, bestätigte eine Überprüfung des häuslichen Honigs. Die Bakterien konnten zwar durch eine Behandlung mit Penicillin ausgemerzt werden. Aber die Lähmung der Atem- und Schluckmuskulatur ging erst langsam, im Lauf von Monaten zurück.
"B.T. wurde von Mai bis Oktober 1998 in der II.Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Klinikum Buch (Berlin) stationär behandelt .... Ein Jahr nach Beginn der Erkrankung muss sie noch immer über eine nasogastrale Sonde ernährt werden, obwohl der Schluckreflex wieder auslösbar ist...."

Therapie

Im Unterschied zur Botulismusintoxikation ist beim Säuglingsbotulismus eine Behandlung mit Antitoxin nicht erfolgreich, da nur freies Toxin gebunden werden kann.

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